5000 € Umweltprämie für Neuwagen – Industrie 4.0: Updates und Online Kampagnen

Nach dem großen Diesel Skandal und dem anschließenden Kartellvorwürfen, traff sich die große Politik vor einer Woche, zum großen Krisengipfel. Alle großen Hersteller waren dabei, die Kanzlerin und die wichtigen Minister. Was kam dabei raus? Heute sah ich fast schockiert die große neue Werbekampagne eines niedersächsischen Automobilherstellers.

+ Kennst du schon?

In den letzten Wochen machten viele Enthüllungen die Runde. Zunächst ging es um die Manipulationen an der Abgassoftware von Motoren. Der Ausstoß von Feinstaub und Partikeln in Diesenfahrzeugen ist deutlich höher, als es die Hersteller angeben. Menschen investieren gern in „saubere Technik“. Wer Autos wissentlich unter diesem Aspekt verkauft und dabei den Schadstoffausstoß auf dem Papier senkt, der begeht offensichtlich Betrug am Kunden.

Szenen Wechsel. Köln 13.08.2017 – Heute Morgen machte ich mich, wie jeden Sonntag an die Recherche für die neuen Hochrechnungen. Wie immer wollte ich mir die Umfragen der Meinungsforschungsinstitute ansehen und daraus die neuen Relationen und Optionen im Bundestag Sie als Leser abbilden. Welche politischen Fraktionen sind zur Bundestagswahl 2017 möglich und welche nicht, das ist die entscheidende Frage im September. Wie üblich, machte ich mir also meinen Kaffee, setzte mich an meinen Schreibtisch, warf noch mal einen Blick auf den Kölner Dom und drehte meine Blick zurück zum Notebook. Ich öffnete verschiedene Online Medien und da war es, das erste große Banner, auf Spiegel Online:

5000 € Umweltprämie für Neuwagen

Spiegel Online

Screenshots vom 13.08.2017, 14:40 Uhr MEZ

Manchmal kommt man sich als Wähler bei politischen Entscheidungen vor, als wäre man nicht präsent. Absprachen zwischen Industrien sind das eine. Absprachen zwischen Industrie und Politik sind etwas anderes: Sie vermitteln den Wähler Desinteresse an seiner Meinung. Die Bundeskanzlerin treffen, das können nur wenige. Stellen wir uns deshalb die Frage: Wie sehe ich Mangel in der normalen Wirtschaft aus? Wenn ein normaler Händler, bzw Produzent, mangelhafte Ware verkauft, müsste er sie zurücknehmen oder den Schaden ersetzen. Nicht so bei der Autoindustrie. Statt den Autobauern die Grenzen aufzuzeigen und ihnen zu sagen, dass das Qualitätssiegel „Made in Germany“, mit den aktuellen Entwicklungen in Gefahr ist, gibt es keine Strafen. Es gibt nicht einmal Rückrufaktionen. Alles was es gibt, ist der Austausch von ein paar Bits und Byts. Die nötige technische Modernisierung wird nicht gemacht. Stattdessen gibt es ein Software Update. Ein kleines Update, dass wenige Prozente bringt und keine Effektivität, wie es den Kunden in der Werbung versprochen wird. Wer sein Versprechen bricht, muss dafür gerade stehen. Während in den Vereinigten Staaten Sammelklagen vorbereitet werden, steht der Deutsche Wähler allein da.

Der Gipfel nach dem Gipfel: Online Kampagnen und grünes Image

Soweit so gut. Keiner muss für etwas Büßen. Der Autobesitzer bleibt auf der Strecke…. doch jetzt, bekommen die Konzerne auch noch Geld! Und dafür, kann man natürlich schicke Werbekampagnen auffahren. Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Die Welt und anderen politischen Magazine, auf jedem Medium prangerte heute die neue Werbeanzeige des Wolfsburger Automobilherstellers, mit 5000 € Umweltprämie!

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Screenshots vom 13.08.2017, 14:40 Uhr MEZ

 

Welt / N24

Screenshots vom 13.08.2017, 14:40 Uhr MEZ

Was bedeutet eigentlich diese Umweltprämie?

Beim Kauf eines Neuwagens gibt es, wie damals bei der Abwrack Prämie, eine Zuzahlung vom Staat. Im Umkehrschluss heißt das, das Autobauer nun neue Fahrzeuge verkaufen können, und der Staat das ganze sogar noch mit Steuergeldern bezuschusst. Wer kauft sich eigentlich Neuwagen? Mit Sicherheit nicht die einfache Bäckerin. Im Endeffekt werden Steuereinnahmen wieder so verteilt, dass der „kleine Mann“ zahlt, der große Konzern kassiert. Alles dafür, damit die Politik irgendetwas gemacht hat. Thema gegessen. Irgendwo kocht schon wieder ein Atomstreit hoch oder eine Flüchtlingskrise.

Ist es wirklich der Ernst unserer deutschen Politik, dass man Hersteller die fehlerhafte Produkte bzw. auch noch offensiv getäuscht haben, durch mehr Verkäufe und Prämien unterstützt? In weniger als sechs Wochen ist die Bundestagswahl 2017, die deutschen Bürger sind dazu aufgerufen zu Wählen. Durch die eigene Stimme, kann man einen Teil der Politik verändern und mitgestalten. In einer Demokratie gehört es dazu, dass man seine Volksvertreter in einer offenen Wahl wählt, das sollten wir alle beherzigen!

Solches, heimliches Gemauschel ohne Ergebnisse zwischen Politik und Industrie werden sich definitiv nicht vorteilhaft auf die politischen Parteien auswirken. Dabei geht es nicht um eine bestimmte Partei, die nun weniger Prozentpunkte haben wird, es geht um das gesamte politische Spektrum. Denn in den großen Gipfeltreffen und den gesamten Planungen, ist nicht nur die CDU involviert, Kanzlerin ist nun mal Angela Merkel. Ministerpräsident Weil (SPD) aus Niedersachsen hält mit dem VW recht 20% an dem Konzern. Das Land Niedersachsen hat als so enge Verstrickungen und kann kaum die Rolle des Aufsichtsratsmitglied übernehmen, wenn sie selbst davon profitieren. Warum also teure Umbaumaßnahmen? Ebenso involviert, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretzschmar (Bündnis 90 / Die Grünen). Er hat sich sogar eigens einen Diesel gekauft! Nur um zu zeigen, dass man die deutsche Auto Bauindustrie unterstützen sollte. Denn auch in Stuttgart sitzt einer der Konzerne, der am Diesel Skandal und den Kartell Vorwürfen beteiligt war.

Dieselgate: VW, Audi und Porsche bieten „Umweltprämie“ / N24

Industrie 4.0 – Made in Germany

5000 € Euro Umweltprämie, großflächige Werbekampagnen in Online-Medien, auf relevanten Magazinen, die sonst kritisch berichten. Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Welt und viele mehr. Willkommen in der Industrie 4.0. Wir machen ein Update und danach einfach eine Online-Kampagne. Schon ist die Welt wieder in Ordnung. Made in Germany.

+ Kennst du schon?

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.